Hallo Ihr Lieben,
ich darf mich mal kurz vorstellen, mein Name ist Kathi, ich bin 1 Jahr jung und super lieb und habe in meinem kurzen Leben schon viel Schlimmes erlebt.
Ich kam durch einen Hundevermehrer zur Welt, der nahm es nicht so genau mit meinem Vorfahren und kreuzte was zu kreuzen geht. So kam ich mit Knochenfehlern auf die Welt. Ich hatte ein paar schöne Wochen bei meinen Geschwistern und bei meiner Mutter und dann wurde ich verkauft. Verkauft – ja ihr habt richtig gehört, mit mir und meinen Geschwister wurde Geld verdient.
Ich kam in eine Familie mit Kindern und zu einem großem Bruder. Im Alter von 14 Wochen (wir lebten vorwiegend im Garten) passierte mir das erste Schlimme meines Lebens, ich wurde morgens blutüberströmt im Garten liegend gefunden. Jemand hatte mir einen Schlag auf mein bis dahin wunderschönes Gesicht gegeben. Meine Leute brachten mich zum Tierarzt und der flickte mich wieder zusammen. Ich bekam eine Platte in den Kiefer, meine Nase und Schnauze sind bis heute schief- das wird auch nicht wieder gerade.
Ich sehe nicht so hübsch aus, aber ich bin froh dass ich selbst fressen und kontrollieren kann, was man mit seinem Gesicht alles so macht. Mir geschahen in meinen bisherigen Leben so manche Sachen, die keiner so recht glauben kann, ich war oft beim Tierarzt, aber nicht etwa zum impfen, wie man erwartet, nein ich wurde des öfteren operiert.
Eines Tages, meine Vorderbeine waren nicht gerade die von Claudia Schiffer, stellte der Tierarzt eine Knochenanomalie fest. Meine Speichen sind länger oder kürzer als die Ellen. Das habe ich auch schon gemerkt, ich hatte sehr große Schmerzen beim Gassi gehen. Der Tierarzt riet meinen Leuten dringend zur Operation beider Beine- doch die Menschen hatten kein Geld mehr für mich- Schade.
Es wurde überlegt war aus mir wird. Ein Jahr alt –kein schönes Gesicht und die unbezahlbare Operation. Sie kamen zu dem Schluss, dass man mich einschläfern könne- die Schweine. Aber so einfach ist es auch nicht. Es gibt da so was wie ein Tierschutzgesetz und das verbietet solche Aktionen, bei meinen Leuten konnte ich aber auch nicht mehr bleiben-keine Kohle. Der Tierarzt- ein absolut Lieber hatte den Vorschlag , dass sich der Frankenthaler Tierschutzverein um meine Vermittlung kümmern sollte. Die Tierschützer waren bereit dazu. Sie rechneten aber nicht damit, dass sie mich gleich beim ersten Kennenlernen mitnahmen aber meine damaligen Mutti wollte mich gleich loswerden und die zwei streitbaren Tierschützerinnen erkannten die Notwendigkeit und da bin ich nun. Sie hatten sogar eine Pflegefamilie für mich, da könne ich bleiben, bis ich gesund bin. Diese Familie hatte einen Mastino Rüden- nur wusste bis dahin keiner wie ich zu anderen Hunde stand. Die Tierschützer hatten meine Einstellung aber bald herausgefunden. Ich reagierte mich Angst auf Artgenossen. Ich stellte sämtliche Haare und zeigte Zähne, ich hing wie ein Affe in der Leine und wollte losbeissen. - Also kein Pflegeplatz. -Dies hieß Tiernotaufnahmestation.
Ich wurde per Foto zwecks Vermittlungsversuche in sämtliche Internetforen gestellt, es meldete sich auch Interessenten, doch wenn sie hörten, was ich für gesundheitliche Probleme habe und was das alles kosten solle, meldeten sie sich nie wieder. Aber eine, die kam und sie kommt heute noch dreimal am Tag, jeden Tag der Woche zu mir und kümmert sich um mich, geht mit mir Gassi, zum Tierarzt, streichelt mich und ist einfach da – Danke Petra !!!
Ich wurde also erstmal nicht vermittelt. Die Mädels der Station nahmen mir erstmal meine Angst vor Hunden, zumindest vor denen, die in der Station lebten- Danke Cliff, auch Du hast mir geholfen. Sie liefen zwei Wochen mit Cliff an mir vorbei und ich merkte, der tut nix J. Also vertraute ich ihm und den Frauen und konnte seitdem mit Cliff entspannt Gassi gehen und spielen. Auch mit Roy, meinem Freund, klappt alles Bestens, wir sind sogar Zwingernachbarn.
Dann wurde ich operiert. Zuerst mal nur ein Bein. Meine Knochen wurden gesägt und gedreht, ich bekam einen externen Fixateur verpasst und einen dicken Verband. Das sollte die Wundheilung beschleunigen. Doch weit gefehlt. Da ich ja eine sehr junge verspielte Hündin bin und keine lange Strecken gehen durfte, habe ich mir ein Spiel einfallen lassen. Zuerst einmal durfte mir mal keiner den Verband wechseln. Ich wand mich wie ein Aal und alle Verbandwechsler waren nassgeschwitzt bis wir fertig waren. Das Spiel wurde mir irgendwann zu langweilig und ich musste mir was neues einfallen lassen. – Ich habe mir dann den Verband selbst gewechselt und auch am Fixateuer rumgenagt. Mein Gott- diese Nummer liessen Petras Haare zu Berge stehen.
Aber diese Aktionen waren nicht gut für mein Bein, es musste nochmals operiert werden. Diesmal mit einer Platte und ohne den ollen Fixateuer- Also das Ganze nochmal von Vorne. Operation, keine langen Wege, Verbandwechsel, ständig zum Tierarzt, Röntgen usw. Die Tierschützer waren so gut zu mir, sie lieben mich so wie ich bin, mit schiefem Gesicht und etwas ungestümen Wesen. Die Platte in meinem Bein- naja auch so was. Meine Knochen entzündeten sich- also wieder eine Operation. Sie setzten mir eine riesige Antibiotika Kette ein und seitdem scheint alles gut zu werden. Das Ende ist noch offen. Ich befinde mich noch immer in Behandlung. Das Ganze geht nun schon seit Juni dieses Jahres, ich würde so gerne mal wieder im freien Feld herumtoben können- aber das kommt bestimmt.
Meine Vermittlung nun ja, irgendwie will mich ja keiner. Es gibt da aber eine Familie, die will mich und das ist die Familie von Petra, ich hoffe, dass ich mich mit dem vorhandenen Hund und den Katzen verstehe und dann kann ich umziehen.
Ich denke es ist sehr schwierig für die Menschen der Tiernotaufnahmestation, die sich immer nur mit dem Müll der anderen herumschlagen müssen. Versteht mich nicht falsch, aber ich bin auch so ein Müll, alle Bewohner der Tiernotaufnahmestation sind Müll und ich finde es absolute Klasse, dass es Menschen gibt, die sich unserer annehmen. Ohne Rücksicht auf Uhrzeiten und Wochenenden. Es ist auch schwierig für sie, wieder loszulassen, wenn wir genesen sind und in ein Zuhause umziehen können. Ich finde sie machen ihren Job Klasse und Tränen, ja die gehören auch dazu. Das zeigt, dass sie nicht aus Holz sind und ein Herz für uns- für die ärmsten der armen haben.


Ach so, hier möchte auch noch jemand zu Worte kommen: Soleil- Sonne. Aber bei ihr ging die Sonne schnell unter , aber auch wieder auf. Soleil ist eine 11 Monate alte amerikanische Bulldogge. Sie wurde verschenkt, in der Hoffnung auf ein gutes Zuhause, weil ihr Frauchen schwer krank ist. Und da begann der Leidensweg, der Sonne. Könnt ihr euch an den Dicken erinnern,???? (Ja könnt ihr!!!!) genau an diesen Finder des Hundes wurde sie verschenkt. Der verkaufte die Kleine mal recht schnell weiter- ihr seht es geht wieder um das Geld. Nach Angaben des, ich weiß nicht wie ich diesen Menschen nennen soll, wurde Soleil noch ein paarmal weiter „Geschoben“ nur um Geld mit ihr zu verdienen. Das Schlimme daran ist aber, dass sie gesund verschenkt wurde. Sie kam aber zu uns mit einem Beckenbruch, der nicht frisch war und mit vielen Verletzungen an ihrem Körper, die nach Schlägen aussahen. Was hat sie alles erleben müssen? Was veranlasst einen Menschen dazu uns Tieren Gewalt antun zu müssen ?
Wir können es nicht verstehen. Aber auch Soleis Leidensweg hat jetzt ein Ende- sie ist seit 01.11.08 bei uns. Sie wurde tierärztlich behandelt und ihr wird genauso viel Liebe entgegengebracht wie uns allen hier. Was den Tierschützern aber noch große Sorgen macht, ist ihr Hinterbein, das kann nicht richtig auftreten, vermutlich wegen dem Beckenbruch. Sie wird z.Zt. 3mal die Woche nach Mannheim zur Wasserlaufbandtherapie gebracht. Sie macht Fortschritte- Gott sei Dank. Seelisch ist sie auch auf einem guten Weg, sie kann sogar Handbremsen und Brillen annagen, wenn sie zu lange alleine ist. Aber das ist zweitrangig !!!
Für die Tierschützer ist es wichtig, dass wir erstmal aus unserem Leiden erlöst und tierärztlich betreut werden. Sie geben uns Respekt und Liebe, die wir in unserem bisherigen Leben nicht wiederfahren haben und dann kommt die Erziehung, sodass wir keine Dinge mehr zerstören.
Wir danken Euch allen, dass ihr Tag für Tag – egal zu welcher Uhrzeit für uns da seit und uns so liebt wie wir sind- bzw. wie wir durch unser vorheriges Leben gemacht wurden. Das ist ein großes Geschenk für alle Tiere der Tiernotaufnahmestation. Wir können Euch keine materiellen Geschenke machen, aber wir geben Euch auch wieder was zurück- nämlich Liebe und wir können den Menschen wieder Vertrauen schenken.
Vielen Dank
Kathi und Soleil

Mein Leben im Frankenthaler Tierschutzverein
Am 27.02.07 war ich einfach da – sagten Menschen, die mich angeblich gefunden haben. Angeblich !?! An diesem Abend wurde ich in ein kleines Auto verfrachtet, in einen kleinen Fiesta, und das mir - wo ich doch ein 64 kg schwerer ausgewachsener Mastino Mann bin.
Die Frau die mich – angeblich gefunden hatte, wollte mich aus der fahrenden Hütte herausholen, doch das wollte ich nicht. Ich zeigte ihr mal was knurren heißt. Es wirkte, aber nur für kurze Zeit. Sie holte sich Hilfe von der Polizei, die war aber durch mein Erscheinungsbild recht unbeholfen und forderte die Hundestaffel an, die mich dann auch aus dem Auto herausbekam, aber leider mit einer Fangstange, das fand ich nicht so prickelnd.
Ab da wurde aber dann alles gut. Ein Mann mit weißem Bart und eine Frau nahmen mich in einem meiner Größe angepassten Auto mit. Und so kam ich zum Frankenthaler Tierschutzverein – Gott sei Dank !!!Bei den Tierschützern zeigte ich mich von meiner besten Seite – Kein geknurre und so. Sie fanden recht schnell heraus, dass ich einen Chip in mir trage. Meine Nummer war auch bei einem Tierregister registriert und so führten sie eine Telefonat mit meinem angeblichen Besitzer. Der wollte aber von mir nichts wissen. Er gab an, dass er mich im Welpenalter weitervermittelt habe und er leider keine Unterlagen über meinen Verkauf haben würde. So standen die Tierschützer vor einem kleinen bzw. großem Problem. Wie kam ich von Berlin nach Frankenthal ? Diese Frage bleibt bis heute ungeklärt, weil sie mich leider nicht verstehen. Fakt ist, dass ich bis heute quer durch Deutschland gefahren wurde, immer auf der Suche und mit der Hoffnung endlich ein neues Zuhause gefunden zu haben. Ein Besitzer von mir hat sich bis heute nicht gemeldet- hatte mich wohl nur noch loswerden wollen – warum nur ???Was sie erfahren haben war mein Name: „DICKER“ und mein Geburtsdatum: 15.08.04.Dicker gefiel aber meinen Herzdamen nicht und so wurde ein „Flöckchen“ aus mir gemacht. Flöckchen ?, möchte so ein Mastino heißen ?
Ich habe mich gefügt, denn was Frauen sagen ist Gesetz und habe gehört wenn sie mich Flöckchen riefen. Meinen Namen Dicker habe ich nie abgelegt und höre auch auf ihn.
Ich begann mich in der Tiernotaufnahmestation heimisch zu fühlen. Den Mann mit dem weißen Bart, er heißt Erich Putz hatte ich ja schon an diesem besagten Abend in mein großes Hundeherz geschlossen. In meinem Herzen fanden aber auch einige tolle Frauen des Tierschutzvereins Platz. Ich litt bei meiner Aufnahme in die Station unter starkem Durchfall, roch nicht gerade angenehm, hatte eiternde Augen und noch so kleine Wehwechen, über die ein Mann nicht gerne spricht. Die Leute vom Tierschutz haben mir die Augen gesäubert, Augentropfen eingegeben, mein bestes Stück gespült- nur mein Verdauungsproblem war nicht in den Griff zu bekommen. Ich wurde auch regelmäßig gebadet. Das war ein Spaß, Martina und Simone fanden das meist nicht so lustig, denn sie waren manchmal genauso naß wie ich. Ich genoss dies aber – Massage kostenlos. Sie probierten jede Menge neues Futter aus um das Verdauungsproblem zu beheben- es war erfolglos. Schließlich wurde ich zum Tierarzt gebracht, der stellte eine Spondylose an meiner Wirbelsäule fest, ansonsten bin ich kerngesund. Die Sache mit der Verdauung ist wohl psychisch, meinte er. In der Tierarztpraxis war ich wohl so etwas wie eine Attraktion, viele Leute hatten so was mich noch nie gesehen.
Die Attraktion war ich auch in der Tiernotaufnahmestation. Als die Neuigkeit in Frankenthal durch war, dass ich dort jetzt wohnte, hätte der Tierschutzverein Eintrittsgelder verlangen können und somit das Loch stopfen können, dass ich durch meine Anwesenheit verursacht habe ( Futter, Tierarzt und diverse Kleinigkeiten, die ich bewusst und unbewusst zerstört habe). Die Menschen in der Tiernotaufnahmestation gaben sich viel Mühe mit mir. Ich fühlte mich wohl- endlich. Sie kuschelten mit mir, liessen sich von mir vollsabbern, spielten mit mir, was nicht immer ohne blaue Flecken ablief. Einmal habe ich sogar einer der Frauen die Brille von der Nase geschubst so dass wir dachten die Nase und die Brille seien gebrochen, aber es ist nichts passiert - es war ja auch im Spiel und ich bin etwas tollpatschig und habe große Füße. Sie fuhren mit mir in die Erich-Putz- Anlage, wo ich spazieren gehen konnte, sogar ohne Leine, die brauchte ich auch nicht, ich wollte nur in der Nähe der Menschen sein, die jetzt endlich- nach drei Jahren gut zu wir waren und mich in ihr Herz geschlossen haben, so wie ich bin !!!Und ich bin nicht einfach!!!Ich durfte tagsüber in der Station herumlaufen und den Hof bewachen, diese Aufgabe habe ich auch gut gemacht. So gut, das man mir teilweise nachsagte ich sehe nicht richtig und das nur weil ich im Tiefschlaf die Tür hörte und bellte, aber kein Fremder sondern eine meiner Lieblingsfrauen das Gelände betrat. Doch nachts war keiner da. Irgendwann beschloss ich mal nach meinen neuen Leuten zu rufen. Das half nichts, denn es kam keiner. Die Nachbarn hörten mein Geheule und fingen an sich über mich zu beschweren. So kam ich, um die Nachbarschaft nicht zu stören, nachts in die Futterküche. Das fand ich anfangs toll – so viele Schränke zum ausräumen. Es verging fast kein Morgen an dem sich die Menschen, die mich herausliessen, sich wünschten sie hätten mich nie gesehen.
Das konnte ich gar nicht verstehen. Ich wollte doch nur helfen, die Küche etwas anders zu gestalten. Manchmal hatten sie recht, wenn sie so vor sich hin schimpften. Das Kabel der Waschmaschine fast durchzubeissen war keine gute Idee, das hätte in die Hose gehen können, auch den Hängeschrank abzuhängen war gefährlich für mich, der hätte mir auch auf meinen Kopf fallen können. Naja- ich habe halt alles probiert um mich von der Einsamkeit abzulenken. Die Menschen hatten mich recht schnell durchschaut zu was ich fähig bin und räumten die Küche komplett aus. Ich beschloss irgendwann etwas Hobelspäne zu machen und begann die Tür zu zerkratzen. Als ich mich beinahe durchgekratzt hatte, kamen die Mädels auf die Idee eine neue Tür einzusetzen- aber nicht aus Stahl, wie ich meinte, es war wieder eine Holztür. Die Tür passte nicht richtig und so wurde gehobelt, gesägt und gefeilt. Mann war das interessant. Sie hatten samstags abends 2 Stunden Arbeit mit der Tür bis sie passte. Ich nur eine Nacht bis ein großes Loch drinnen war. Die Tür wurde wieder ausgewechselt und die Vorgängertür eingesetzt, die Kratzlöcher wurden mir einem Plastik bestückt, das Flugzeuge aushält – nur einen Mastino nicht. Spassig war, dass fast jeden Morgen ein anderer Schrauben herausdrehte und wieder eindrehte, bis das Plastik wieder richtig saß. Ich gab dann irgendwann nach und ließ die Tür in Ruhe. Und so war es mir nachts bald wieder langweilig und manchmal heulte ich auch wieder. Aber mich hörte keiner. Meine Freude morgens war groß, wenn sie wieder kamen um mich heraus zulassen. Ich hatte etwas Verständnis für die Menschen, alle kommen ehrenamtlich hierher, haben einen Beruf und auch noch eigene Tiere und Arbeit zuhause – so müssen die Tiere in einem Tierheim eben nachts alleine sein.
Mein Verdauungsproblem hatte ich ja auch immer noch, wenn etwas Durchfall in die Hose ging, bzw. auf den Küchenboden war ich sehr bemüht mit meinen kleinen Füßen da nicht hineinzutreten um nicht alles dreckig zu machen, aber es war dunkel in der Küche und mein Vorhaben schlug manchmal fehl. So sah man morgens immer noch im Flur meine Fußabdrücke, wenn ich mein Schlafgemach verließ. Manchmal waren die auch auf den Hosen der Tierschützer........-Kam nicht gut an. Nach kurzer Zeit erschien mein Foto im Wochenblatt – ich sollte vermittelt werden. Was auch immer das heißt.Es kamen Leute die nach mir schauten. Die meisten sagten alle : Oh ist der süss. Dann habe ich sie angesabbert und aus war es mit dem Süssen. Einmal fuhren mich meine Leute nach Eisenberg, dort gab es wohl so etwas wie ein kleines Hundeparadies, diese Besitzer des Paradieses wollten es mit mir versuchen. Sie hatten ein großes Grundstück, sogar mit eigenem Pool für Hunde. Es standen auf der Terrasse Sofas für Hunde herum und die Haustür wäre immer offen, so dass Hund immer ein und ausgehen kann, wie er will. Auf diesem Grundstück lebten noch vier weitere Hunde. Eine supertolle braune Hündin, die mir gleich gefiel, ein etwas kleinerer kastrierter Kerl, eine Alano Hündin, die das Sagen hatte (an die traute ich mich mal noch nicht heran) und ein kastrierter Wolfshund. Der Wolf war mein erster Opfer um mich durchsetzen zu wollen, er hatte einen super Platz direkt neben der Terrassentür, den wollte ich haben, es gab ein kurzes Geknurre und somit war meine Chance auf dieses Zuhause gegessen. Ich wurde nach nur 2 Stunden Aufenthalt wieder von meinen Leuten abgeholt. Es hatten sich noch andere Menschen um mich beworben, aber meine Tierschützer fanden keinen geeigneten Platz für mich, einmal sollte ich in ein kleines Reihenhaus einziehen, in dem ich mich niemals selbst um meine eigenen Achse hätte drehen können und der Garten nur über die Straße durch einen kleinen Weg zu erreichen war. Das war nichts für mich. Es fand sich unter den Interessenten einfach kein geeignetes Zuhause für mich. So beschloß ich erstmal zu bleiben !!!!Ich war ja schon aufgenommen, Martina und Simone sind richtige Fans von mir und meiner Rasse geworden. Ich durfte sogar an Simones Geburtstag mitfeiern. Als ich den Obstkuchen gegessen und den Tisch fast umgeworfen habe, sind die Damen auf die Idee gekommen Kleider für mich anzufertigen. Ich bekam ein feuchtes Handtuch (gegen die Hitze, den es war im Juli) auf den Kopf und eine Tasche als Sabberauffangbehälter um den Hals gehängt. Das waren die Utensilien von den durchgeknallten Frauen, ich wollte von mir auch etwas persönliches tragen und so nahm ich die Spielzeughantel in Maul. Nur die Sonnenbrille wollte ich nicht aufsetzen. Es reichte gerade für ein Foto und dann schmiss ich das ganze Zeug von mir. Wir hatten viel Spaß miteinander. Nur die Verdauung- na ja. Aufgrund dieser bekam ich Essen auf Räder. Es wurde für mich von den Frauen gekocht (sogar von Simone, die mit dem Herd keinen Vertrag hat) und jeden morgen zu mir gebracht. -Klasse, die hatte ich mal richtig im Griff !!! Dieses Futter zeigte aber Wirkung, meine Probleme hörten fast auf und ich nahm zu !!!Endlich !!!Dadurch wurde ich lebhafter und kräftiger – in allem. Das fanden wiederum einige Leute nicht so lustig, ich bin an ihnen hochgesprungen und Leute die ich nicht so mochte habe ich gleich mal „bestiegen“. Diese Menschen bekamen Angst vor mir und wollten mit mir nicht mehr alleine sein, geschweige den Hof betreten, wenn ich da war – kann ich gar nicht verstehen, denn ich bin doch ein sanfter Riese Ich habe auch abends angefangen Mucken zu machen, wenn ich in die Küche sollte. Das war lustig. Ich saß im Auto (das auf dem Hof geparkt war und ich als Hütte ansah) und sollte herauskommen, manchmal habe ich dies auch gemacht, aber ich bin nicht zu den Leuten die mich in mein Nachtlager bringen wollten gegangen, sondern gleich in die nächste Hundehütte gerannt, denn ich wurde ja immer besser im Laufen und Springen. Das Beste daran war, das nachdem die Leute das Kasperle für mich gespielt haben und ich immer noch nicht bereit war schlafen zu gehen, Martina oder Simone angerufen wurden und die dann auch kamen. Da war meine Freude groß und ich verließ gerne mein Versteck um mich von ihnen ins Bett bringen zu lassen. Das war wohl eine große Belastung für die zwei. Einmal kam Simone sogar in Ausgehkleidung, weil sie zum Essen verabredet war, da habe ich mich aber sehr beherrscht die Kleider sauber zu lassen. Den wenigen Menschen, die mich so liebten wie ich bin, - groß, sabbernd und manchmal auch stinkend, war ich manchmal wohl so eine kleine Belastung. Sie sagten aber sie haben dies gerne getan und würden es auch weiter für mich tun. Das glaube ich ihnen. Mit meiner Agilität wurde auch die Ausdauer im Bellen und Heulen tagsüber stärker. Die Nachbarn beschwerten sich schon wieder über mich, sie hatten alles mobilisiert was zu mobilisieren war, es ging sogar so weit, daß der Verein Post von einem Anwalt bekam und der mit einem Prozeß drohte. Auch die Küche hatte ich ziemlich schmuddelig gemacht, vor allem mit meinem gesabbere und meiner verschmutzten Wamme nach dem Essen, manche fanden das sogar ecklig und wollten die Küche nicht mehr betreten. Es wurden Vorschläge gemacht mich in ein anderes Tierheim o.ä. zu bringen. Doch meine Menschen, vor allem meine zwei Mädels hielten zu mir. Ich blieb – Klasse. Ich war tagsüber voll und ganz zufrieden, wenn ich bei ihnen sein durfte. Wenn sie mich in den Freilauf brachten, bellte ich einfach. Ich wollte mal probieren, was sie dann machen, denn mein Gebell ist nicht leise. Die Mädels- nicht dumm- fingen an mich zu duschen, wenn ich bellte- das wirkte, aber auch nicht immer und nicht von jedem. Manchmal hatten die Tierschützer echt ein Problem mit mir, weil ich einfach nicht ruhig sein wollte. Nach einigen Telefonaten und sogar mit einem Vorbesuch von Martina bei Interessenten in Österreich holten mich früh morgens Martina und Simone ab und fuhren mit mir nach Linz. Dort sollte ich eine neues Zuhause finden.
Naja, ich wartete mal ab. Einige Leute jubelten über meine Reise ohne Wiederkehr – Abwarten!!! Wir fuhren 600 km auf der Autobahn nach Österreich, dann waren wir irgendwann angekommen. Als ich aus dem Auto stieg- erschraken die Leute über meine Größe- die haben wohl noch nie was von einem Mastino gehört oder gesehen. Ich durfte erstmal dringende Geschäfte im Garten verrichten, dann ging es ins Haus: Dort warteten alle auf mich: 2 kleine Kinder, 2 Teenies , 2 Erwachsene, ein Meerschweinchen und ein Herd mit Töpfen. Zuerst habe ich mich mal über den Topf auf dem Herd her gemacht und wurde sofort geschimpft. Nachdem ich alles gesehen hatte, sollte ich mich abseits auf eine Decke legen und zuschauen wie die anderen essen. Das gefiel mir gar nicht – Platzkommandos von Menschen annehmen die ich noch nie gesehen habe, das ging nun wirklich nicht. Folglich habe ich mich nicht hingelegt und es wurde beschlossen, dass ich während dem Essen im Garten bleibe. Ich wurde nach dem Essen wieder hereingelassen, küsste ein Kleinkind und bin schnurrstracks wieder in die Küche gerannt. Danach sollte eine Teenie mit mir Fußballspielen gehen und da war Schluß mit lustig. Mit ihm alleine wollte ich schon mal gar nicht raus, also begleiteten mich Simone und Martina, die auch mal alleine über meinen weiteren Verbleib sprechen wollten. Soweit kam es aber nicht, ich habe zuerst den Fußball klein gemacht, danach habe ich mich an den Spieler gehangen und an dessen Vater. Simone beschloß dem ein Ende zu setzen und besprach mit meiner Besitzerin in spe, dass es unverantwortlich sei, mich in ihrer Familie zu belassen, zumal auch ein Kind beim Essen äußerte ich stinke, er wolle mich nicht und er habe Angst vor mir. Die Zwerge, was die sich einbilden !
Also beschloß man noch einen Kaffee zu trinken und wieder nach Frankenthal zu fahren – mit mir. Und das war das Beste was mir je passieren konnte, denn schon vor der Abreise nach Österreich rief ein sehr netter Mann an, der mich unbedingt haben wollte. Er weiß wie groß ein Mastino ist und wie man mit mir umzugehen hat. Wir fuhren in Linz eine Straße weiter, mein neuer Besitzer wurde angerufen und gefragt ob er mich noch haben wolle. Er wollte !!! und jetzt hat er mich ;-)Ich verbrachte noch drei tolle Tage in Frankenthal und wurde dort von meinem neuen Besitzer, den ich sofort ins Herz geschlossen habe, abgeholt. Er verbrachte ein paar Stunden in meiner Nochheimat, besprach alles über mich, was es zu besprechen gab und fuhr dann mit mir davon. Martina und Simone brachten mich noch ins Auto. In meinem neuen Auto roch es so gut nach anderen Hunden, dass ich vergaß meinen Traumfrauen zu winken. Ich danke Martina und Simone, die mich so wie ich bin, mit guten und schlechten Seiten aufnahmen und liebten, die trotz vieler Schwierigkeiten zu mir hielten und nur bereit waren mich in ein wirklich tolles, neues Zuhause abzugeben. – Was nach 8 Monaten bei meinem neuen Besitzer, Erhard Royke, der in Sachsen –Anhalt eine Hundeschule betreibt (jetzt bin ich ein Ossi) geklappt hat.
Tierschutz und Tierliebe dürfen nicht vor Problemen Halt machen, erst dann müssen sie beginnen. (Martina Dell)
Tierschutz fängt da an, wenn´s für andere unbequem wird. (Simone Jurijiw)